Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatrie. 2016 Dez 3; 74: 15-30. doi: 10.1016 / j.pnpbp.2016.11.008.
Wille-Bille A1, de Olmos S1, Marengo L2, Chiner F2, Pautassi RM3.
Abstract
Der früh einsetzende Ethanolkonsum sagt eine spätere Entwicklung von Alkoholkonsumstörungen voraus. Altersbedingte Unterschiede in der Reaktivität gegenüber Ethanoleffekten können diesem Effekt zugrunde liegen. Heranwachsende Ratten reagieren empfindlicher und weniger empfindlich als Erwachsene auf die appetitlichen bzw. aversiven Verhaltenseffekte von Ethanol und empfindlicher auf die neurotoxischen Wirkungen von vom Experimentator verabreichten Binge-Dosen von Ethanol. Über altersbedingte Unterschiede in den neuronalen Folgen von selbst verabreichtem Ethanol ist jedoch weniger bekannt. ΔFosB ist ein Transkriptionsfaktor, der sich nach chronischer Arzneimittelexposition ansammelt und als molekularer Marker für die neurale Plastizität dient, die mit dem Übergang zur Sucht verbunden ist. Wir analysierten den Einfluss der chronischen Selbstverabreichung von Ethanol (oder nur Vehikel (Kontrollgruppe)) während der Adoleszenz oder im Erwachsenenalter auf die Induktion von ΔFosB in mehreren Hirnregionen. angstähnliches Verhalten und Ethanol-induzierte Bewegungsaktivität und Präferenz für konditionierte Orte (CPP) bei Wistar-Ratten. Jugendliche Ratten zeigten eine fortschreitende Eskalation der Ethanolaufnahme und -präferenz, während erwachsene Ratten ein stabiles Aufnahmemuster zeigten. Nach dem Einnahmetest wurden nur wenige Verhaltensunterschiede im Freiland- oder Hell-Dunkel-Test beobachtet. Darüber hinaus förderte die Selbstverabreichung von Ethanol die Expression von Ethanol-induziertem CPP nicht. Es gab jedoch große altersbedingte Unterschiede in den neuronalen Konsequenzen des Ethanoltrinkens: Eine signifikant größere Anzahl von Ethanol-induzierten ΔFosB-positiven Zellen wurde bei Jugendlichen im Vergleich zu Erwachsenen im präimbischen Kortex, im dorsolateralen Striatum, im Nucleus accumbens-Kern und in der Schale gefunden und zentraler Amygdala-Kern, Kapsel und basolaterale Amygdala, wobei geschlechtsspezifische Unterschiede bei zentraler Amygdala gefunden werden. Diese stärkere Ethanol-induzierte ΔFosB-Induktion kann einen weiteren altersbedingten Unterschied in der Empfindlichkeit gegenüber Ethanol darstellen, der Jugendliche einem höheren Risiko für einen problematischen Ethanolkonsum aussetzen kann.
KEYWORDS: Jugendlicher; Erwachsene; Ethanol trinken; Ethanol-induzierte Bewegungsaktivität; ΔFosB
PMID: 27919738
DOI: 10.1016 / j.pnpbp.2016.11.008