Pharmacol Biochem Verhalten 2013 Oktober 12. pii: S0091-3057 (13) 00238-4. doi: 10.1016 / j.pbb.2013.10.004.
Bijlsma EY, Chan JS, Olivier B, Veening JG, Millan MJ, Waldinger MD, Oosting RS.
Quelle
Utrecht Institut für Pharmazeutische Wissenschaften und Rudolf Magnus Institut für Neurowissenschaften, Universität Utrecht, Sorbonnelaan 16, 3584CA Utrecht, Niederlande.
Abstract
Eine durch Antidepressiva induzierte sexuelle Dysfunktion beeinträchtigt die Lebensqualität von Antidepressiva und beeinträchtigt die Einhaltung der Behandlung. Tiermodelle bieten einen lehrreichen Ansatz zur Untersuchung möglicher sexueller Nebenwirkungen neuartiger Medikamente. Dieser Aufsatz diskutiert die Stabilität und Reproduzierbarkeit unseres standardisierten Testverfahrens, das die akuten, subchronischen und chronischen Wirkungen psychoaktiver Substanzen in einem 30minute-Paarungstest bewertet. Darüber hinaus präsentieren wir einen Überblick über die Auswirkungen verschiedener (mutmaßlicher) Antidepressiva auf das sexuelle Verhalten männlicher Ratten, wie sie in unserem standardisierten Testverfahren getestet wurden. Durch Vergleich der Effekte dieser mechanistisch unterschiedlichen Antidepressiva (Paroxetin, Venlafaxin, Bupropion, Buspiron, DOV 216,303 und S32006) wird in diesem Aufsatz der mutmaßliche Mechanismus der sexuellen Nebenwirkungen von Antidepressiva und deren Normalisierung diskutiert.
Diese Übersicht zeigt, dass das Sexualverhalten hauptsächlich durch Antidepressiva gehemmt wird, die die Serotonin-Neurotransmission durch Blockade von Serotonin-Transportern erhöhen, während diejenigen, die hauptsächlich Dopamin- und Noradrenalinspiegel erhöhen, keine sexuellen Nebenwirkungen haben. Diese sexuellen Störungen können nicht durch gleichzeitige Erhöhung der Noradrenalin-Neurotransmission normalisiert werden, sondern werden normalisiert, indem sowohl die Noradrenalin- als auch die Dopamin-Neurotransmission erhöht wird. Daher wird die Hypothese aufgestellt, dass die sexuellen Nebenwirkungen von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern durch ihre inhibitorischen Effekte auf die Dopamin-Signalübertragung in Sexualhirn-Schaltkreisen vermittelt werden können. Die klinische Entwicklung neuartiger Antidepressiva sollte sich daher auf Verbindungen konzentrieren, die gleichzeitig die Signalwirkung von Serotonin und Dopamin erhöhen.