Die Häufigkeit der Verwendung von Pornografie ist indirekt mit einer geringeren Vertrauenswürdigkeit der Beziehung durch Depressionssymptome und körperlichen Übergriffen bei chinesischen jungen Erwachsenen (2011) verbunden.

Conner, Stacy R.

Diese Studie untersuchte anhand von Daten junger Erwachsener (N = 224) aus Peking und Guangzhou, China, den direkten Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Pornografiekonsums und dem Vertrauen in Beziehungen sowie indirekte Zusammenhänge über Depressionssymptome und körperliche Gewalt. Die Ergebnisse der Strukturgleichungsmodellierung zeigten, dass häufigerer Pornografiekonsum indirekt über Depressionssymptome und körperliche Gewalt mit geringerem Vertrauen in Beziehungen verbunden ist. Diese Befunde basieren auf der sozialkonstruktivistischen Theorie (Gergen, 1985), die untersucht, wie Individuen ihr kulturelles Verständnis, den Kontakt mit pornografischem Material und andere soziale Erfahrungen nutzen, um ihre Identität im Beziehungskontext zu entwickeln und ihr Sinn zu geben.

Der Konsum von Pornografie nimmt in China (Lam & Chan, 2007) und weltweit zu. Diese Zunahme lässt vermuten, dass sie sich fortsetzen wird, und erste Erkenntnisse deuten auf Auswirkungen auf Beziehungen hin. Unsere Forschungsergebnisse zeigen unter anderem, dass Pornografiekonsum indirekt mit dem Vertrauen in Beziehungen zusammenhängt, insbesondere durch ein erhöhtes Risiko für Depressionssymptome und körperliche Gewalt. Als Forschende, Lehrende und Therapeut:innen sollten wir uns um das Wohlbefinden derjenigen sorgen, die Pornografie konsumieren und negative Bewältigungsstrategien anwenden, die sie dem Risiko körperlicher Gewalt aussetzen. Ein besseres Verständnis der Auswirkungen von Pornografiekonsum auf Beziehungen ist unerlässlich, um Paaren als Forschende, Lehrende und Therapeut:innen besser beim Erhalt gesunder Beziehungen helfen zu können.

Schlüsselwörter: Paarergebnisse; Depression; Körperlicher Angriff; Pornographie; Beziehungsvertrauen

http://krex.k-state.edu/dspace/handle/2097/18715