Behav Neurosci. 2019 Mar 14. doi: 10.1037/bne0000313.
Acaba L 1 , Sidibe D 1 , Thygesen J 1 , Van der Kloot H 1 , Been LE 1.
Abstract
Motivierte Verhaltensweisen haben gemeinsam, dass sie das mesolimbische Dopaminsystem aktivieren. Wiederholte Erfahrungen mit motivierten Verhaltensweisen können zu lang anhaltenden strukturellen Veränderungen im Nucleus accumbens (NAc) führen. Die molekularen Mechanismen, die dieser erfahrungsabhängigen Plastizität im NAc zugrunde liegen, sind nach Erfahrungen mit Drogenmissbrauch gut beschrieben. Insbesondere der Transkriptionsfaktor Delta FosB (ΔFosB) ist ein wichtiger Regulator der drogenbedingten Neuroplastizität. Weniger Studien haben die molekularen Mechanismen untersucht, die der erfahrungsabhängigen Plastizität im NAc nach natürlich motivierten Verhaltensweisen zugrunde liegen. Frühere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass sexuelle Erfahrungen die Akkumulation von ΔFosB im NAc weiblicher Hamster und männlicher Ratten erhöhen.
Sexuelles Verhalten ist unter den motivierten Verhaltensweisen insofern einzigartig, als sich dessen Ausprägung zwischen Männchen und Weibchen derselben Art drastisch unterscheidet. Trotzdem wurde bisher kein quantitativer Vergleich der ΔFosB-Konzentration nach sexueller Erfahrung bei Männchen und Weibchen derselben Art durchgeführt. Daher testeten wir mittels Western Blot die Hypothese, dass sexuelle Erfahrung die ΔFosB-Konzentration bei männlichen und weiblichen syrischen Goldhamstern nach wiederholter sexueller Interaktion erhöht. Wir fanden heraus, dass sexuelle Erfahrung die ΔFosB-Proteinmenge bei männlichen und weiblichen syrischen Goldhamstern signifikant erhöht. Weiterhin unterschieden sich die ΔFosB-Proteinwerte nach sexueller Erfahrung nicht zwischen Männchen und Weibchen. Interessanterweise führte wiederholte sexuelle Erfahrung nur bei weiblichen Hamstern zu einer erhöhten Kopulationseffizienz; die Kopulationseffizienz der Männchen verbesserte sich durch wiederholte Erfahrung nicht. Zusammenfassend zeigen diese Daten, dass die ΔFosB-Konzentration nach sexueller Belohnung sowohl bei Männchen als auch bei Weibchen ansteigt, jedoch bei Männchen möglicherweise nicht mit der Verhaltensplastizität zusammenhängt.
PMID: 30869949
DOI: 10.1037/bne0000313