Trends Pharmacol Sci. 2015 Dec 7 . pii: S0165-6147(15)00227-8. doi: 10.1016/j.tips.2015.11.001.
Müller CP 1 , Quednow BB 2 , Lourdusamy A 3 , Kornhuber J 4 , Schumann G 5 , Giese KP 6.
Abstract
Drogenabhängigkeit ist eine schwerwiegende psychiatrische Erkrankung mit einer noch unzureichend verstandenen neurobiologischen Grundlage. Anfänglich etablieren sich nicht-abhängigkeitsbedingter, kontrollierter Drogenkonsum und die Instrumentalisierung von Drogen. Diese umfassen hochsystematische Verhaltensweisen, die durch Lernen erworben werden, sowie die Ausbildung drogenbezogener Erinnerungen. Ca²⁺ / Calmodulin-abhängige Proteinkinasen (CaMKs) sind wichtige Ca²⁺ - Sensoren, die glutamaterge Aktivierung in synaptische Plastizität während des Lernens und der Gedächtnisbildung übersetzen. In diesem Artikel untersuchen wir die Rolle von CaMKs bei der Etablierung drogenbezogener Verhaltensweisen in Tiermodellen und beim Menschen. Zunehmende Evidenz zeigt, dass CaMKs ein entscheidender Mechanismus dafür sind, wie Suchtmittel synaptische Plastizität induzieren und verschiedene Arten drogenbezogener Erinnerungen etablieren. CaMKs fungieren somit nicht nur als molekulare Schaltstellen für glutamaterge Aktivität, sondern regulieren auch direkt die dopaminerge und serotonerge Aktivität im mesolimbischen Belohnungssystem. Sie können daher als wichtige molekulare Signalwege betrachtet werden, die die normale Gedächtnisbildung in die Etablierung drogenbezogener Erinnerungen und möglicherweise in den Übergang zur Drogenabhängigkeit übersetzen.